Im Historischen Museum

Zwischen Donnerstag, den 28. Mai, und Dienstag, den 2. Juni, waren unsere 6. Klassen in Begleitung ihrer Geschichts-Lehrkräfte im Historischen Museum zu Gast.
Wie sah unsere Stadt vor 800 Jahren aus? Welche märchenhafte Bedeutung hat die Rapunzelgasse? Was für eine Aufgabe hatte der Türmer? Und wie kleideten sich die Menschen im Mittelalter?
Mit diesen und vielen anderen spannenden Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler in den jeweils zweistündigen Führungen. Dabei ging es im Historischen Museum zunächst durch die Dauerausstellung, dann über den Römerberg und anschließend zu einem sportlichen, abkühlenden Wettkampf im Feuerlöschen.
Bei der Führung konnten die Kinder mehr über das mittelalterliche Leben in Frankfurt am Main erfahren, indem sie die Skulptur Karl des Großen genauer betrachteten, Altarbilder entschlüsselten und anhand von Quellen wie etwa den Zunfttruhen einen Einblick in den Alltag des Bürgertums erhielten. Sie erfuhren auch von den Aufgaben des Türmers, der bei einem Stadtfeuer in ein Horn blies, damit jenes gelöscht werden konnte.




Besonders gebannt hörten alle zu, wenn an den Stationen Dinge praktisch veranschaulicht wurden. So gab es bei der Führung zum Beispiel die Station des „Aufwiegens guter und schlechter Taten“, bei der Gewichte symbolisch für gute oder schlechte Taten standen und auf einer Waage gegeneinander aufgewogen werden konnten. Hier entstand die Diskussion, ob ein solches System sich auch auf den Schulalltag übertragen ließe: Wie könnte in einem solchen Fall unangebrachtes Verhalten gegenüber anderen wieder gutgemacht werden?
In Filmen und Spielen wird das Mittelalter oftmals als schmutzig und düster dargestellt, doch in der Führung erfuhren die Kinder, dass die Menschen in dieser Zeit sehr auf ihre Kleidung achteten, da diese kostbar war. Keinesfalls liefen sie verdreckt herum. Vergleiche zwischen der heutigen Mode und damaligen Kleidungsstücken zeigten den Klassen Ähnlichkeiten und Unterschiede sehr anschaulich und führten zu zahlreichen Fragen.




Im Anschluss an die Führung durch das Museum ging es hinaus ins Freie, am Dom vorbei und zur Rapunzelgasse, in der in mittelalterlichen Zeiten Feldsalat, „Rapunzelsalat“, verkauft wurde, da dieser in der direkten Sonne auf dem Marktplatz nur verwelkt wäre. So entschlüsselten die Kinder weitere Namen von Straßen und Gassen, die Aufschluss über ihre Bedeutung gaben, wie etwa „Kornmarkt“ oder „Schäfergasse“. Die viele kleine Geschichten beeindruckten die Schüler und zeigten neue Seiten der eigenen Stadt auf.
Vielen Dank sagen wir allen Lehrkräften für die Begleitung der Gruppen bei den sehr informativen und lehrreichen Besuchen!