In Weimar und Buchenwald
Von Mittwoch, dem 4. März, bis Freitag, den 6. März, verbrachten über 40 Schülerinnen und Schüler unserer Q-Phase lehrreiche Studientage in Weimar. Dabei besuchten sie auch das unweit der Stadt gelegene ehemalige Konzentrationslager Buchenwald.
Bei den Studientagen, bei denen es sich um ein freiwilliges Angebot handelte, wurden die Teilnehmer von den beiden Deutsch- und Geschichts-Lehrkräften Frau Givsan und Herrn Moritz begleitet. Das Ziel der Reise war eine Stadt mit einer überaus wechselvollen Geschichte, denn Weimar war nicht nur Zentrum der Klassik, sondern auch Namensgeberin der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus Hauptstadt des „Schutz- und Trutzgaus Thüringen“. Es war genau jenes Neben- und Miteinander von den Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte, das in den drei Tagen erkundet werden sollte.
Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Weimarer Klassik. Die Teilnehmer, die bei schönstem Frühlingswetter mit dem ICE angereist waren, begannen nach ihrer Ankunft das Programm mit einer Führung durch die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek. Diese führte durch den noch heute öffentlich zugänglichen Arbeitsbereich der Bibliothek mit einer beeindruckenden Sammlung unter der Erde und in einen neugestalteten, lichtdurchfluteten Kubus, der als Lesesaal dient. Anschließend ging es in den Teil der Bibliothek, der im 18. Jahrhundert von der namensgebenden Herzogin Anna Amalia gestaltet worden war – in den berühmten Rokokosaal, der nach einem Brand im Jahre 2004 inzwischen wieder aufwändig restauriert worden ist.


Anschließend erkundete die Gruppe die Stadt selbst und kam an die Orte, die an Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller erinnern, die beiden Dichter und prägenden Gestalten der Weimarer Klassik. Die (nicht immer einfache) Freundschaft und inspirierende Zusammenarbeit zwischen den Autoren, die beide in Weimar lebten, führte dazu, dass diese Literaturepoche „Weimarer Klassik“ genannt wird. Im Rahmen einer Rallye ging es unter anderem zu den Wohnhäusern der beiden Schriftsteller, zu Goethes Gartenhaus und zum Deutschen Nationaltheater, vor dem beide in einer gemeinsamen Statue verewigt sind.

Der zweite Tag widmete sich der NS-Zeit. Zunächst fuhr die Gruppe mit dem Bus die acht Kilometer lange Strecke vom Bahnhof zum Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg. Nach einer bewegenden Besichtigung der Gedenkstätte führte am Nachmittag ein Stadtrundgang an die Orte, denen während der NS-Zeit eine besondere Bedeutung zukam: das eigens konstruierte Gauforum, das heute eine Ausstellung zeigt, aber auch ein Einkaufszentrum beherbergt; und das Traditionshotel Elephant am Marktplatz, das für Hitlers Aufenthalte in der Stadt umgebaut wurde und von dem aus er zu der jubelnden Menge auf dem Marktplatz sprach. Beim Weg an den Erinnerungsorten kamen die Jugendlichen an großen Fotografien überlebender Zeugen der NS-Verbrechen vorbei, die an verschiedenen Plätzen in der Stadt aufgestellt sind und diesen Menschen für alle sichtbar ein Gesicht und ihren Namen (zurück)geben.
Der letzte Tag des Aufenthalts ließ noch einmal Zeit für die schönen Seiten der Stadt Weimar und für einen Besuch der anregenden und gewinnbringenden Ausstellung zu Goethes „Faust“, der gerade von allen Deutsch-Kursen der Q2 gelesen wird.
Am Ende der Studientage waren sich schließlich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: Die gemeinsame Zeit war in jeder Hinsicht sehr beeindruckend und wird noch lange in Erinnerung bleiben. Vielen Dank sagen wir Frau Givsan und Herrn Moritz für die engagierte Organisation und Begleitung der Fahrt!
